Im Dezember 2019 veröffentlichte die Washington Post die sogenannten Afghanistan Papers. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von internen Interviews mit ranghohen US-Militärs und Diplomaten, in denen jene zugaben, dass der Afghanistan-Krieg nicht zu gewinnen sei. Allerdings wurde dies der Öffentlichkeit bewusst verschwiegen. Die AfD-Fraktion hat deshalb das Thema gestern auf die Tagesordnung des Auswärtigen Ausschusses gesetzt und die Bundesregierung um Berichterstattung gebeten.

Zu den Ergebnissen erklärt das Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, Dr. Anton Friesen, der sich bereits im Rahmen seiner Doktorarbeit mit dem Scheitern der Strategie der USA am Hindukusch beschäftigt hat:

„Die Afghanistan-Papers belegen das kolossale Scheitern des Westens am Hindukusch. Nach der Auswertung von hunderten internen Interviews mit US-Militärs hat sich herausgestellt, dass die US-Regierungen von Bush über Obama bis Trump unangenehme Wahrheiten geheim gehalten und die Lage in Afghanistan schön gezeichnet haben. Statistiken, die nicht ins Bild passten, wurden gefälscht, die Öffentlichkeit wurde gezielt in die Irre geführt.

Mehr als eine Billion US-Dollar hat das Afghanistan-Engagement die USA gekostet. Zudem verloren über 2.400 US-Soldaten in dem sinnlosen Krieg ihr Leben. Das Scheitern des Westens in Afghanistan ist aber nicht verwunderlich. Von Anfang an fehlte eine klare Strategie. Einer der bedeutendsten Afghanistanberater der US-Administration unter Bush und Obama, Douglas Lute, stellte beispielsweise nüchtern fest: ‚Uns fehlte ein grundlegendes Verständnis von Afghanistan – wir wussten nicht, was wir taten. Wir hatten nicht den blassesten Schimmer.‘

Die Bundesrepublik folgte in Afghanistan stets den USA. Daher sollte das Eingeständnis des katastrophalen Scheiterns der westlichen Führungsmacht am Hindukusch eigentlich die Bundesregierung zu einem grundlegenden Umdenken und der Einleitung des Abzugs der Bundeswehr zwingen. Doch: Fehlanzeige – die Vertreter der Bundesregierung reden nach wie vor die Lage schön, nicht einmal eine Evaluation nach dem Vorbild der Afghanistan Papers mit der Befragung hochrangiger deutscher Diplomaten, Militärs und Entwicklungshelfer ist geplant. Es sei nicht bekannt, dass die Bundesregierung auf gefälschte Statistiken der USA zurückgegriffen hätte, so die sibyllinische Antwort des Auswärtigen Amtes gestern im Auswärtigen Ausschuss. Das heißt: es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die deutsche Öffentlichkeit gezielt und willentlich über die angeblichen ‚Fortschritte‘ im kriegsgeschundenen Land getäuscht und belogen wurde.

Wir sagen: das deutsche Volk hat, nach 18 Jahren Krieg, 63 Gefallenen und 16 Milliarden Euro an verschwendetem Steuergeld ein Recht darauf die ganze Wahrheit zu erfahren!“

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